Publikationen |
Der
Weg als Ziel Teil I
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Marianne Ramseier
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Ergebnisse
einer schriftlichen Umfrage zu Rückengymnastik - Kursen
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Einleitung |
" Mach
weiter so wie bis anhin ! Wir verändern uns gerne mit Dir."
Dies ist das Feedback einer Kursteilnehmerin an ihre Rückengymnastik Lehrerin. Ein wunderbarer Satz, der alles enthält: die Konstanz, das Dauerhafte, die Kontinuität unserer Kurse, aber auch die stete Veränderung und die Weiterentwicklung jeder einzelnen Person. Oftmals werden wir in den Kursen gefragt: "Wie lange muss oder soll ich kommen ?" Sind es drei Monate, sechs Monate oder ein Jahr ? Im Verlaufe dieser Arbeit wurde mir einmal mehr bewusst, dass es für das Training unseres Körpers keine zeitliche Begrenzung gibt. Wir leben mit und in diesem Körper von der Geburt bis zum Tod. Es gibt kein Ausweichen. Trotzdem können wir etwas tun: dem Körper Sorge tragen, ihn beachten und die Informationen, die er uns gibt, ernst nehmen. Aus diesem Grunde nenne ich meine Arbeit " Der Weg als Ziel ". Viel wichtiger als sich kurzfristig für einen Rückenkurs anzumelden scheint mir, konstant an sich zu arbeiten und das Gelernte in den Alltag umzusetzen, um eine positive Veränderung zu spüren und zu erleben. |
Warum ist nun die Kombination von Kontinuität und Veränderung in Rückengymnastikkursen so interessant und wichtig ? |
Meine Motivation, diese Umfrage
durchzuführen, war folgende : Die im Januar 2000 durchgeführte Umfrage an GymnastiklehrerInnen mit der Zusatzausbildung FE Rücken ist von zwei Dritteln beantwortet worden. Von 102 ausgesandten Fragebögen wurden 68 zurückgeschickt. Die Fragen sind nach 5 Themenkreisen gegliedert: 1. Kursangebot 2. KursteilnehmerInnen 3. Kursgestaltung 4. Kursnutzen ( Teil II ) 5. Aus- und Weiterbildung ( Teil II )
Bemerkung : Die Namen von zitierten
KursteilnehmerInnen werden durch
Die Studie entstand als Abschlussarbeit
zum Sprachlehrerdiplom an der Ich möchte allen Kolleginnen
für die offenen, ehrlichen und klaren Antworten |
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Kursangebot |
Gibst du gegenwärtig Rückenkurse ? |
Von den insgesamt 68 Antwortenden geben 61 an, dass sie gegenwärtig Rückengymnastik unterrichten, vier unterrichten nicht, haben aber innerhalb der letzten 5 Jahre Kurse erteilt. Drei geben an, dass sie die Rückengymnastik in die allgemeine Gymnastik integrieren. |
Unter welchem Namen bietest Du Deine Kurse an ? |
Ein grosser Teil,
nämlich 56, nennt die Kurse "Rückengymnastik". Elf nennen
die Kurse "Rückenfit", drei "Schongymnastik". Daneben gibt es viele Varianten, wie Rückenkurse genannt werden können: --Gymnastik mit Schwerpunkt Rücken --Haltungsgymnastik --Die lachende Wirbelsäule --Die bewegliche Wirbelsäule --Wirbelsäulengymnastik --Rücken- und Osteofit --Haltungsstretch --Rückengym und Atemschulung --Yoga mit Rückengymnastik --Chi Gong und Rücken --Rückenpräventionsgymnastik --bewusste Körperschulung --Rücken- und Beckenbodengymnastik --Rücken-Ball-Gymnastik --Rücken-Fit und Stretch |
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Sind Deine Kurse mehrheitlich fortlaufend oder zeitlich begrenzt ? |
64 Antwortende erteilen
fortlaufende Kurse 2 bieten sowohl fortlaufende wie auch zeitlich begrenzte Kurse an 2 geben ausschließlich zeitlich begrenzte Kurse |
Wieviele TeilnehmerInnen hast du zurzeit durchschnittlich in deinen Kursen ? |
.7 Antwortende haben
1 - 5 Personen 47 Antwortende haben 6 - 10 Personen 14 Antwortende haben über 10 Personen |
KursteilnehmerInnen |
Wieviele KurteilnehmerInnen
kommen erfahrungsgemäss aus eigenem Antrieb, bzw. werden durch den Arzt empfohlen ? |
39 Befragte antworten,
dass 90-100 % der KTN aus eigenem Antrieb kommen bei 14 Befragten kommen ca. 80 % von sich aus bei 9 Befragten sind es 70 Prozent. Nur gerade 4 Personen geben an, dass über die Hälfte der TeilnehmerInnen durch den Arzt empfohlen wurde. |
Welches sind die
hauptsächlichen Beweggründe der TeilnehmerInnen, die aus eigenem Antrieb in deinen Kurs kommen ? |
Die Beweggründe sind sehr vielfältig (Mehrfachnennungen möglich) : |
Antworten | Nennungen |
Schmerzen im Alltag (ganzer Rücken, Nacken,Kreuz, Gelenke) | 47 | |
Prävention / Prophylaxe | 15 | |
Etwas für die Gesundheit tun/allg. Wohlbefinden verbessern | 12 | |
Haltung verbessern | 12 | |
Verspannungen | 7 | |
Etwas für sich selber tun (bewusst ausklinken) | 6 | |
Beweglichkeit erhöhen | 6 | |
Schlechtes Gewissen, Gefühl, etwas machen zu "müssen" | 5 | |
Den eigenen Körper besser kennen lernen - | 5 | |
(Körperbewusstsein stärken und in den Alltag integrieren) | ||
Sich mindestens 1 x pro Woche unter kundiger Leitung bewegen | 4 | |
Freude, Spass an der Bewegung | 4 | |
Soziale Kontakte | 4 | |
Empfehlung durch eine Drittperson | 4 | |
Umsteigen aus einem anderen Kurs (Altersgründe und/oder Schmerzgründe) | 3 | |
Rückengerechtes Verhalten im Alltag ( Ergonomie) | 3 | |
Fehlende Kraft | 3 | |
Wunsch nach ganzheitlichem Bewegungstraining | 3 | |
Unterstützung der Heilung nach einer Rückenoperation | 1 | |
Motivierendes, einladendes Kursangebot | 1 | |
Bewegungsmangel | 1 |
Haben die TeilnehmerInnen
Gründe dafür, in den Kursen zu bleiben, auch wenn sich die genannten Absichten erfüllt haben ? |
Offensichtlich gelingt es sehr vielen GymnastiklehrerInnen, die Stunden so zu gestalten, dass die Leute sich wohlfühlen. Viele Kundinnen bleiben über Jahre im gleichen Kurs und schätzen das wöchentliche Körpertraining. |
Antworten | Nennungen |
Spass an der Stunde, KursteilnehmerInnen fühlen sich wohl | 24 | |
Sozialer Aspekt ( Gruppenzugehörigkeit ) | 20 | |
KTN spüren,
dass es ihnen besser geht, wenn sie die Kurse regelmässig besuchen |
18 | |
Schmerzfreien Zustand aufrecht erhalten | 10 | |
Prophylaxe | 6 | |
Zu Hause nimmt man
sich die Zeit nicht, etwas für den Körper zu tun ( Motivation in der Gruppe ist größer ) |
6 | |
Bedürfnis nach regelmäßiger Bewegung | 5 | |
Das Interesse am Rücken ist geweckt, mehr Information ist gefragt | 5 | |
Gewohnheit, Bestandteil des Wochenrhythmus | 2 |
Wie lange bleiben die KursteilnehmerInnen mehrheitlich ? |
Wie schon erwähnt, gibt
es sehr viele treue Kundinnen : "Die Männer bleiben nur einen Kurs a 10 Lektionen und wollen dann selber weiterüben !" und "Die Männer haben viel schneller das Gefühl, dass sie es nicht mehr nötig hätten, weiterhin zu kommen." |
Welcher Altersgruppe gehören deine KursteilnehmerInnen hauptsächlich an ? |
Erwartungsgemäß ist die Mehrheit der KTN zwischen 40 und 60 Jahre alt |
Unter 20 Jahre | 1 | |
20 - 40 Jahre | 14 | |
40 - 60 Jahre | 40 | |
Über 60 Jahre | 13 |
Kursgestaltung |
Welches sind deine Hauptziele in der Rückengymnastik ? |
Ein Grossteil der
Befragten gibt mehrere Kursziele an. Es fällt auf, dass es sehr vielen KursleiterInnen wichtig ist, dass die Teilnehmerinnen das Gelernte im Alltag umsetzen ( Mehrfachnennungen möglich ). |
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Antworten | Nennungen |
Fördern und Erhalten der Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft, Koordination, | 42 | |
Aufbau eines muskulären Gleichgewichts sowie Entspannung | ||
Körperwahrnehmung fördern und verbessern (sich selber kennen lernen) | 39 | |
Transfer in den Alltag | ||
Spass, Freude an der Bewegung vermitteln | 15 | |
Haltung im Alltag verbessern | 11 | |
Eigenverantwortung übernehmen | 9 | |
Erlernen eines rückenschonenden Verhaltens (Ergonomie) | 9 | |
Kenntnisse über anatomische sowie körperliche und seelische | 7 | |
Zusammenhänge aufzeigen und vermitteln | ||
Allgemeine Lebensqualität steigern, Schmerzen bekämpfen helfen | 7 | |
Stressmanagement | 5 | |
Physisches und psychisches Wohlbefinden fördern | 3 | |
Bewusster mit der Atmung umgehen | 3 | |
Sozialer Austausch | 1 | |
Zielgruppengerechtes Angebot | 1 | |
Hirntraining | 1 | |
Wie gestaltest du deine Lektionen ? |
Die eine Hälfte gibt an, dass sie für jede Lektion einen Körperschwerpunkt festlegt, die andere Hälfte macht immer ein ganzheitliches Körpertraining. Einige geben zudem an, dass sie über mehrere Lektionen hinweg an einem bestimmten Thema arbeiten. Eine weitere Variante ist aus folgendem Votum erkennbar : "Ich lass mich oft leiten von dem, was ich bei den Leuten sehe" |
Wie ist das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis in deinem Unterricht ? |
Die Praxis steht ganz eindeutig im Vordergrund : 42 haben einen Praxisanteil von 90 % - 100 % Bei 22 liegt der Praxisanteil zwischen 80 % und 90 % Nur gerade 4 geben an, weniger als 80 % praktisch zu arbeiten. |
Verwendest du in deinen Lektionen Musik ? |
Fast zwei Drittel
benützen teilweise Musik. Ein Viertel gibt an, immer Musik einzusetzen und nur jeder Zehnte arbeitet gänzlich ohne Musik. |
Verwendest du Handgeräte in deinen Kursen ? |
Handgeräte
scheinen sehr beliebt zu sein. Nur eine Person antwortet, sie arbeite ohne.
Den Phantasien, was man alles verwenden kann, sind kaum Grenzen gesetzt.
"Alles, was brauchbar ist und Sinn macht ", sagt A.B. Da die Antworten gekoppelt auftreten, überschreiten die Angaben 68 Nennungen. Mit Ausnahme einer Person arbeiten alle mit Bällen : (Sitzbälle, Gymnastikbälle, Softbälle, Tennisbälle, Activabälle usw.). Auch Therabänder sind sehr beliebt und werden von 64 benutzt. Stäbe werden von 38 der Befragten verwendet, Seile von 25. Auch Massagehilfen sind beliebt, 27 nützen diese in irgendeiner Form. Zusätzliche Hilfsmittel, die genannt wurden: alle Arten von Tüchern, Sitzkissen, Ballone, Gewichte (vor allem Hanteln), Keulen, Reifen, Kirschsteinsäckli, Steps und Rebounds. |
Arbeitest du mit Zusatzmaterialien ? |
Nebst all den Handgeräten
wird sehr viel Zusatzmaterial verwendet. Nur gerade 4 der 68 Befragten geben an, ohne zusätzliches Material zu arbeiten. Alle Antwortenden verwenden Demonstrationsobjekte ( Skelett, Wirbel- säule, Becken). Ebenfalls alle benutzen Bilder ( aus Zeitschriften, Büchern, Anatomieatlanten, Broschüren der Rheumaliga und der Suva usw.). Texte aus Zeitungen und Zeitschriften ( Forschungsresultate, Statistiken ) werden von 22 vorgelesen und diskutiert. Zusätzlich wird von A.B. auch "lebendiges Material" verwendet (Körper der KTN). |
Woher nimmst du die Ideen, um abwechslungsreiche Kurse gestalten zu können ? |
Antworten | Nennungen |
Weiterbildungsangebote ( häufig werden die VdG-Kurse genannt ) | 44 | |
Eigene Kreativität, eigene Ideen | 34 | |
(oftmals möglich durch langjährige Berufserfahrung ) | ||
Auffallend ist, dass oftmals gar nicht klar ist, woher die Ideen stammen, | ||
wie folgende Aussagen bestätigen: | ||
" Manchmal sitze ich ganz still in einer Ecke und sauge mir die Ideen | ||
aus den Fingerspitzen - und siehe da .." ( B.B.) | ||
" Ich mache den Kopfstand und die Ideen purzeln raus !" ( R.M. ) | ||
Fachliteratur ( Bücher, Zeitschriftenabos), Video, TV,Internet usw | 32 | |
Verbaler Austausch mit BerufskollegInnen | 22 | |
Aus Unterrichtssituationen ( Ideen durch die KTN) | 10 | |
Impulse von aussen (Alltagssituationen) aufnehmen | 9 | |
Aus der FE-Rücken-Ausbildung | 5 | |
Aus anderen Kursen ( Yoga, Feldenkrais, Spiraldynamik usw ) | 4 | |
Fortsetzung folgt ( Teil II ) |
Die komplette Studie kann angefordert werden bei : |
Marianne Ramseier Kalchbühlstr. 51 CH - 8038 Zürich Anforderung via E-Mail |
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Alle mit *) gekennzeichneten Bilder aus : Für Patienten mit Rückenschmerzen - Dr. med. Bruno Baviera, Zürich |