Wem
nützt Spiraldynamik? | Zu
welcher der drei Gruppen gehören Sie ? | |
| Die
erste, die professionelle Bewegungsgruppe, umfasst Menschen, die sich beruflich
mit dem Phänomen menschlicher Haltungs- und Bewegungskoordination auseinandersetzen.
Dem spiraldynamischen Konzept liegt eine allgemein- verbindliche Basis, die Anatomie
menschlicher Bewegung zugrunde. Die damit verbundene Freiheit von Spezialisierung
und Fachgebundenheit ermöglicht neben fachspezifischen Innovationen einen
vertieften, fachübergreifenden Erfahrungs- austausch. | |
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| In
der zweiten Gruppe befinden sich Menschen, die bewegt durchs Leben gehen, ohne
Bewegung zum Lebensthema gemacht zu haben. Dieser Gruppe fehlt erfahrungsgemäss
das konkrete Know-How, wie Ökonomie, Effizienz und ästhetische Ausdruckskraft
der Bewegungsabläufe verbessert werden können. Die Bildung verschiedener
Interessengruppen ermöglicht es, gezielt daran zu arbeiten. | |
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| Die
dritte Gruppe umfasst Menschen, die kein besonderes Interesse an Bewegung haben.
Ihre Motivation für gesunde Bewegung wurzelt meistens in konkreten Problemen,
chronischen Verspannungen oder hartnäckigen Schmerzen. Bewegungsarmut, verlorengegangene
Geschmeidigkeit sowie chronischer Fehlgebrauch führen zu einer ganzen Palette
von Beschwerden. Durch das (Wieder-)Erlernen koordinierter Bewegungsabläufe
kann eine Vielzahl kleinerer und grösserer Probleme in eigener Regie erfolgreich
angegangen werden. Diese Form der aktiven Langzeitprophylaxe bewirkt meistens
eine deutlich spürbare Steigerung des körperlichen Wohlbefindens und
damit eine Verbesserung der Lebensqualität. | |
| Bewusstsein
und Bewegung anstelle von Hammer und Meissel | |
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| Altersveränderungen
sind im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen: einerseits auf
die Schwerkraft, die alles nach unten zieht, und andererseits auf die Reaktionsweise
des Körpers, der sich dagegen wehrt. Die Schwerkraft zieht den Kopf vornüber,
die Nackenmuskulatur versucht, unter Dauerstress ein weiteres Wegrutschen des
Kopfes zu verhindern. Die Schwerkraft lässt die Brust einfallen, das Hochziehen
der Schultern stellt den Versuch dar, diesem Prozess Einhalt zu gebieten. Die
Schwerkraft zieht den Oberkörper nach vorne - das vielleicht auffallenste
Merkmal des alternden Menschen - Bein- und Rückenmuskulatur müssen ständig
dagegen ankämpfen. | |
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| Diesen
Kampf gegen die Schwerkraft kann der Mensch nur verlieren! Beides, sowohl der
schwerkraftbedingte Haltungsverfall wie auch die Dauerverspannung des sich verzweifelt
dagegen wehrenden Körpers beschleunigen den Alterungsprozess. | |
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| Die
Aufrichtung erfolgt nicht gegen, sondern mit der Schwerkraft. Mit der Schwerkraft
bedeutet, die Schwerkraft als eine unsichtbare Leitlinie zu benutzen, um den Körper
möglichst ökonomisch wieder ins Lot zu bringen. Die Wiederaufrichtung
verlangt ein gezieltes Beweglichkeitstraining, nämlich dort, wo der Körper
frühzeitig unbeweglich geworden ist. Dies ist das Schlüsselelement des
Selbstverjüngungsprozesses im Alter. | |
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| Ich
möchte Ihnen helfen, diesen WEG zu entdecken, Bewegungsmuster wahrzunehmen,
sie zu verbessern und in den Alltag zu integrieren. | |
| Die
Übungen sollen alle sanft ausgeführt werden, mit wenig Kraft und mit
viel Gefühl. Schmerzen sind immer ein Hinweis des Körpers, dass er zu
stark belastet ist. Auch Ruhe kann manchmal Therapie sein! | |
| Bei
allen Übungen wird zuerst erklärt, wofür sie speziell geeignet
sind, und am Schluss der Beschreibung finden Sie jeweils einen Vorschlag, wie
oft sie wiederholt werden sollten. Dabei habe ich eine "Minimalvariante",
die bei konsequenter Ausführung dieser Übung genügt, und eine "Maximalvariante"
für besonders fleissige angegeben.Integration in den Alltag bedeutet jeweils
Ideen finden, um die neu erlernte Haltung in das Alltagsleben zu integrieren -
die wohl wirkungsvollste Art, eine Veränderung des eigenen Körpers zu
erreichen. Erweitern Sie im Laufe der Zeit diese Liste durch einige Beispiele,
so dass Sie sich Ihrer Haltung im Alltag immer bewusster werden. | |
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| Das
kleine theoretische Einmaleins - notwendig, um die Übungen sinnvoll ausführen
zu können - sieht folgendermassen aus: | |
| Die
beiden Pole - Kopf und Becken - bestimmen die Haltung des gesammten Stammes! | |
| Kopf
und Becken richten sich gleichzeitig auf; Der Kopf dreht nach hinten-oben, das
Becken nach hinten-unten; Der Nacken wird nach oben, der untere Rücken nach
unten verlängert. | |
| Da
sich Kopf und Becken dabei voneinander wegbewegen, kommt es zu Aufrichtung und
Verlängerung der Wirbelsäule. Bandscheiben und Wirbelbogengelenke werden
gezielt entlastet. | |
| Der
Bewegungsimpuls für die Beckenaufrichtung gibt die Beckenbodenmuskulatur,
die durch ein Anspannen der Schliessmuskeln am besten initiiert werden kann. | |
| Die
Beckenaufrichtung wird durch die Bauchmuskulatur verstärkt, die Lendenstrecker
hinten neben der Wirbelsäule müssen sich dabei entspannen. |
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| Der
Bewegungsimpuls für die Aufrichtung des Kopfes wird durch den Mundschluss
eingeleitet, die tiefe Halsmuskulatur liefert die hierzu notwendige Kraft. Die
hintere Nackenmuskulatur muss sich dabei entspannen. | |
| Das
Ziel dieser Übung besteht im Erlernen der spiraligen Verschraubung des Fusses,
die Fussmuskulatur wird dabei selektiv gekräftigt. | |
| Ausgangsposition:
Setzen Sie im Schneidersitz einen Fuss vor sich auf den Boden, stecken Sie einen
Schreibstift zwischen Grosszehe undzweite Zehe. Drehen Sie jetzt den Vorfuss -
und nur den Vorfuss - gegen den Boden, als ob Sie mit der Schreibstiftspitze am
Boden schreiben wollten. | |
| Der
Aussenknöchel bleibt wo er ist, nämlich am Boden, die Zehen sind entspannt.
Das Knie darf sich nicht anheben. Bewegen Sie die Schreibstiftspitze rhythmisch
auf und ab, der Fuss entschraubt und verschraubt sich dabei abwechselnd. Muskelkrämpfe
im Bereich der Fusssohle oder an der Aussenseite des Unterschenkels sind ein guter
Hinweis für korrektes Üben bei untrainierter Muskulatur ( 10 - 20 Wiederholungen). | |
| Mit
etwas Übung bekommen Sie Ihre Fussmuskeln wieder unter Kontrolle. Diesselbe
Verschraubung des Fusses können Sie im Stehen üben. Und wenn Ihnen das
gelungen ist, versuchen Sie es beim Gehen und beim Laufen. | |
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| Christian
Heel, Physiotherapeut | |